Ein Ort voller Geschichte

Entdecken Sie Schloss Brukenthal und seine einzigartige Geschichte

Samuel Freiherr von Brukenthal,1721 geboren, war eine der einflussreichsten Personen Siebenbürgens. Er stammte ursprünglich aus einfachem, bürgerlichem Hause. Wenngleich er Siebenbürger Sachse mit evangelischer Erziehung war, schaffte er es, Gubernator von Siebenbürgen zu werden und dies auch für 10 Jahre zu bleiben. Das war in dem damals zur katholisch-österreichischen Krone gehörenden Siebenbürgen keine Selbstverständlichkeit. Als junger Mann studierte er in Deutschland Theologie, Philosophie, aber auch Verwaltungs- und Geschichtswissenschaften. Später kam er zurück und heiratete die Tochter des Hermannstädter Bürgermeisters, was ihm einen gesellschaftlichen Aufstieg ermöglichte. 1753 führte ihn sein Beruf als Vizenotär nach Wien, wo er die Kaiserin Maria Theresia kennen lernte und bald ihre Gunst erlangte. Dort lernte er auch das österreichische Schloss Schönbrunn kennen, was ihn später zum Bau seiner Residenz in Freck inspirierte. 1777 wurde er zum Gubernator von Siebenbürgen ernannt, was er dann auch bis 1787 blieb.

In dieser Region, gerade in Freck und Hermannstadt, hinterließ er Spuren, die noch bis heute gut sichtbar sind. Die in dem Örtchen an der Alt gelegene Brukenthal´sche Sommerresidenz, welche er zeitlebens ausbauen ließ, besitzt einen in Rumänien einzigartigen Charakter und spiegelt den progressiven Geist ihres Bauherrn gut wieder. Das Arrangement der Gebäude entspricht dem typisch barocken Stil. Die alte Sommerresidenz selbst besteht aus drei Teilen: Dem Hauptgebäude, das sich durch seine Architektur hervorhebt und den zwei Gebäudeflügeln, welche es links und rechts säumen und früher die Stallungen des Freiherren beherbergten.

Der Schloss bietet eine einzigartige Sicht auf den Park wie auch auf die Flussniederung der Au: Der Garten scheint sich unendlich in die Landschaft zu fräsen, was ein grundlegendes Anliegen von Brukenthal ganz im Sinne des Barocks darstellt. Die majestätischen Treppen auf verschiedenen Etappen, ein Springbrunnen, die geometrisch durchdacht angelegte, grüne Terrassen-Ebene, Wege und Alleen, welche 12 Meter unterhalb des Schlosses Richtung Park führen; all das sind typische Neuerungen jener Zeit gewesen. Auf dem Osthang befindet sich der englische Garten. Im Unterschied zum französischen Garten ist dieser kleiner und beinhaltet ein Alleen-System mit Pfaden, die sich durch die Anlage schlängeln und dem Besucher Bänke zum Rasten und dekorative Architektur-Elemente bieten.

Vor der Orangerie war einst der holländische Garten angelegt worden, in dem Gemüse, exotische Gewürze wie Muskatnuss und tropische Früchte wie Ananas, Zitronen und Kaffee angebaut worden waren. Eine weitere Besonderheit der Parkanlage war, das Brukenthal auf dem Gelände auch ein landwirtschaftliches Gehöft mit Tieren, Gemüse, Fruchtbäumen etablierte. Das Ziel war es, zum Selbstversorger zu werden und obendrein einen Teil der Erträge verkaufen zu können. Bekannt war übrigens auch seine Zucht von weißen Büffeln, die auf den Weiden von Freck grasten und teils sogar bis nach Neapel verkauft wurden.

Die Familie Brukenthal starb mit dem Tod des letzten Erben, Hermann von Brukenthal in der männlichen Linie des Freiherren, 70 Jahre nach dem Ende seines großen Vorfahren aus. Sein Anwesen ging später durch viele Hände (im Wesentlichen in die lokaler Adliger und Grundbesitzer), bis es 1908 endlich, gemäß seines letzten Willens, Eigentum der evangelischen Kirchengemeinde Hermannstadt wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Palais verstaatlicht und als Sanatorium für Berufskrankheiten genutzt. Nach dem Ende des kommunistischen Regimes wurde die Sommerresidenz der deutschen Minderheit in Rumänien, vertreten durch die Samuel von Brukenthal Stiftung, zurück gegeben.

Der historische Park, der über 200 Jahre alt ist und sich an das Bauwerk anschließt, war bereits im 18. Jahrhundert weit über die Grenzen von Siebenbürgen hinaus bekannt. Vor allem wegen der Lage am Fuße der Süd-Kaparten und am höhergelegenen Ufer des Flusses Alt, sowie aufgrund seines biologischen und ästhetischen Reichtums, stand der Garten schon damals in dem Ruf, ein „Gesundbrunnen“ und „Siebenbürgisches Eden“ zu sein. Heute ist es Besuchern möglich, das historische Ambiente bei vollem Komfort zu genießen und sich selbst von dem Garten “Eden” überzeugen zu lassen.

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