Park

Einziger Barockpark im Süden Siebenbürgens

Der Park der Brukenthal´schen Sommerresidenz ist ursprünglich als spätbarocke Gartenanlage angelegt worden, die zu Lebzeiten des Barons und auch nach seinem Tod 1803 um weitere Elemente zeitgenössischer Gartenkunst ergänzt wurde. Als wohl einziges Gartendenkmal in Südsiebenbürgen ist der Park weitgehend in seiner originalen Grundstruktur bis heute erhalten geblieben.

Weite Blicke, strenge Formen

Kernstück der Anlage ist der Barockpark aus dem späten 18. Jahrhundert. Charakteristisch für diese auch Französischer Garten genannte Parkgestaltung ist die Ausrichtung am Schloss, von dem aus der Besucher einen schönen – scheinbar in weite Ferne reichenden – Blick in den Garten hat. Die strengen, symetrischen Formen sind derzeit nur in Ansätzen zu erkennen, die ursprüngliche Bepflanzung ist aufgrund jahrzehntelanger Vernachlässigung kaum noch vorhanden – eine Ausnahme bilden beispielsweise Brukenthals Tulpenbäume. Erst seit der Jahrtausendwende wurde begonnen, den Park nach und nach in den einstigen Zustand zurück zu versetzen.

Englischer und Holländischer Garten

Neben der Wiedergewinnung des Barockgartens gehört dazu auch die Wiedergewinnung des im englischen Stil angelegten Landschaftsgartens sowie verschiedener kleiner Zier- und Nutzgärten. Vor der Orangerie befand sich vermutlich der so genannte Holländische Garten, in dem aufgrund der geschützten Lage exotische Pflanzen gediehen. Im hinteren, nördlichen Parkteil hat es einst einen Fasanengarten gegeben, in dem sich die Vögel frei bewegen konnten.

Nutzgärten für exotische Pflanzen

Zu Brukenthals Philosophie gehörte es, nicht nur einen Park zum Lustwandeln anzulegen, sondern ihn auch für den Anbau von Obst und Gemüse zu nutzen. In diesem Sinne gab es verschiedene Parkteile, in denen Nutzgärten angelegt waren, so neben einheimischen Pflanzen auch viele von weither gebrachte Pflanzen gediehen, darunter tropische Früchte wie Ananas, Zitronen oder Orangen, und für Siebenbürgen untypische Gemüse wie der Spargel.

Romantische Wasserspiele

Seit Brukenthals Tagen fließt der Frecker Mühlenbach durch den Park der Sommerresidenz. Der Bach speiste eine Vielzahl von kleinen Wasserläufen, Wasserspielen und Springbrunnen. Leider ist – wie andere Parkteile auch – das Wassersystem durch Vernachlässigung stark in Mitleidenschaft gezogen. Aufmerksame Besucher können im Englischen Garten noch den Schlangenkopf der gleichnamigen Quelle erkennen. Für die Zukunft ist die Wiederherstellung der Quellen und Wasserläufe geplant.