Geschichte

Sommerresidenz, Heilbad und Sanatorium

In seiner 250-jährigen Geschichte wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer und damit auch die Nutzung. Für Samuel von Brukenthal, der die Sommerresidenz im Jahr 1756 erwarb, war es ein Ort der Schönheit, der gleichzeitig als beispielhaftes landwirtschaftliches Gut wirken sollte.

Rasche Besitzerwechsel

1803 erbte Johann Michael von Brukenthal das Anwesen. Dieses blieb bis 1872 im Besitz der Brukenthals, mit dem Tod von Baronin Wilhelmine Mylius-Brukenthal erlosch die Linie. In den folgenden Jahren gab es rasche Besitzerwechsel: Erst kaufte der aus Deutschland stammende Friedrich Boll das Gut, um es wenige Jahre später an den Frecker Glasfabrikanten Emil Porsche zu verkaufen. 1888 kauften die Brüder Borger aus Hermannstadt (Sibiu) das Parkensemble.

Sommerresidenz in Kirchen- und Staatsbesitz

20 Jahre später erwarb schließlich das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde in Hermannstadt das Gelände, um es vor einem damals drohendem Verkauf in einzelnen Parzellen zu bewahren. Gleich nach dem Kauf 1908 wurde in den Gebäuden ein Sanatorium eingerichtet, wenige Jahre später entstand auch eine Wasserheilanstalt nach Kneipp. 1948 wurde das Ensemble enteignet und verstaatlicht, der Sanatoriumsbetrieb ging aber weiter.

Ein Ort für Besucher aus Nah und Fern

Im 20. Jahrhundert wurde der ursprüngliche Park nur noch wenig gepflegt bzw. die Bepflanzung grundlegend geändert. In dieser Zeit verlor die Sommerresidenz viel ihres einstigen Charmes. 1999 gelang nach jahrelangem Kampf die Rückgabe des Ensembles an die Evangelische Kirchengemeinde Hermannstadt. Die Samuel-von-Brukenthalstiftung wurde gegründet, erste Sanierungsmaßnahmen im verwilderten Park und an den heruntergekommenen Gebäuden wurden vorgenommen. 2005 wurde der Sanatoriumsbetrieb ganz eingestellt. Heute ist das Anwesen ein Ort für die breite Öffentlichkeit, für Besucher aus Nah und Fern, die die einzigartige Atmosphäre am Fuße der Karpaten genießen wollen.